Anders als in der Mathematik funktioniert Kommunikation auch mit Fehlern

Anders als in der Mathematik funktioniert Kommunikation auch mit Fehlern

Anders als in der Mathematik funktioniert Kommunikation auch mit Fehlern

Interview-Reihe “Sprachbarrieren im privaten und beruflichen Alltag” Teil 10

 

“Anders als in der Mathematik funktioniert Kommunikation auch mit Fehlern”

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von Inga, 32, Deutsche aus Kiel

1. Haben Sie Fremdsprachenkenntnisse? Wenn ja, welche Sprachen sprechen Sie und wie gut?

„Ich spreche fließend Englisch und Spanisch. Beide Sprachen beherrsche ich in Wort und Schrift, wobei meine Kenntnisse in Spanisch aufgrund von Auslandsaufenthalten deutlich umfangreicher sind.“

 

2. Wo haben Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse erworben?

„Englisch habe ich in der Schule gelernt und durch die Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin vertieft. Spanisch habe ich in meinem interkulturellen Austauschjahr in Guatemala gelernt und ebenfalls durch die Ausbildung sowie einen weiteren Auslandsaufenthalt in Honduras gefestigt.“

 

3. Wo stoßen Sie in Ihrem beruflichen und/oder privaten Alltag auf Sprachbarrieren?

„Da ich mich derzeit in Elternzeit befinde und zuletzt beruflich eher weniger mit beiden Sprachen konfrontiert war, fallen mir derzeit keine nennenswerten Sprachbarrieren ein.“

 

4. Was halten Sie von multilingualer Erziehung?

„Multilinguale Erziehung ist in vielerlei Hinsicht eine super Sache. In verschiedenen Sprachen kommunizieren zu können ist immer ein Vorteil. Außerdem fällt es Kindern, die mehrsprachig aufwachsen, erwiesenermaßen leichter weitere Sprachen zu lernen.“

 

5. In wieweit unterscheiden sich „typisch deutsche“ Gepflogenheiten zu den südamerikanischen? Wie wichtig ist interkulturelle Kompetenz?

„Die Unterschiede sind recht groß und ich halte interkulturelle Kompetenz für unabdingbar. Ein gutes Beispiel ist das Thema „Körperkontakt“. In Lateinamerika sind kleine Berührungen, wie zum Beispiel ein über die Schulter gelegter Arm oder ein Streichen über den Kopf sowie Umarmungen ganz selbstverständlich. Auch wenn man die Menschen aus unserer Sicht nicht gut kennt. Europäer schrecken anfangs häufig zurück, weil sie so viel Nähe einfach nicht gewohnt sind.“

 

6. In wieweit fließen Ihre Erfahrungen im Ausland in die Erziehung Ihres Kindes ein?

„Meine Auslandserfahrungen haben mich in vielerlei Hinsicht geprägt und verändert, so dass sie auch in die Erziehung meiner Tochter einfließen werden. So ist mir z.B. Offenheit für andere Kulturen und Bräuche enorm wichtig.“

 

7. In wieweit würden Sie Ihr Kind unterstützen, wenn es um Auslandserfahrung und mehrsprachige Erziehung geht?

„Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen, die ich keinesfalls missen möchte, werde ich alles tun, um mein Kind in dieser Hinsicht zu unterstützen und zu fördern.“

 

8. Reisen Sie gern? Welche Länder haben Sie bisher besucht und welche Reiseziele haben Sie am Meisten beindruckt und warum? Wohin würden Sie noch gerne reisen?

„Ich reise enorm gern und war bereits in folgenden Ländern:

Guatemala, Honduras, USA, Schweiz, Italien, Russland, Österreich, Südafrika, Dominikanische Republik, Kolumbien, Spanien, Dänemark.

In Mittelamerika haben mich die Herzlichkeit der Menschen und die Mayakultur am meisten beeindruckt. In Italien liebe ich das Essen und die Schweiz ist ein echtes Freizeitparadies. Es gibt noch viele Länder, die ich gern kennenlernen würde. Beispielsweise Rumänien, Polen und Frankreich.“

 

9. Berichten Sie von Ihren lustigsten bzw. beeindruckendsten Erlebnissen zum Thema interkulturelle Unterschiede:

„Während meines Austauschjahres musste ich die Bedeutung von Freundschaft neu definieren. Plötzlich bezeichneten mich ein Großteil der Nachbarn und Klassenkammeraden als ihre beste Freundin, schrieben mir Kärtchen, schenkten mir selbstgebasteltes und luden mich ein. Ich hingegen hatte das Gefühl nach zwei Wochen noch niemanden richtig zu kennen und war etwas irritiert. Zumal ich kaum ein Wort Spanisch sprach oder verstand. Die gut gemeinten Gesten kamen mir oberflächlich vor und am Ende habe ich gelernt zwischen Bekannten und wahren Freunden im deutschen Sinne zu unterscheiden.“

 

10. Ihr Rat, wie man Sprachbarrieren am besten meistert und interkulturelle Missverständnisse vermeidet bzw. wie man damit am besten umgeht:

„Das Wichtigste ist Offenheit und das damit einhergehende Verständnis, dass Menschen aus anderen Kulturen anders denken, fühlen und handeln. Man sollte die Unterschiede wertefrei und voller Neugier wahrnehmen. Interkulturelle Austauschjahre, Schüleraustausch und Auslandssemester sind perfekt, um jungen Menschen den Blick für andere Welten zu öffnen.“

 

11. Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen damit, eine Fremdsprache zu erlernen? Haben Sie ermutigende Wort oder Tipps für Leute, die gerne eine Sprache erlernen möchten?

„In der Schule hat mir das Sprachen lernen nicht so viel Spaß gemacht, weil die Methode aus meiner Sicht typisch deutsch war. Es wurde sehr viel Wert auf Grammatik und Fehlerfreiheit gelegt. Die eigentliche Sprachkompetenz kam viel zu kurz. Vor Allem sollte man keine Angst vor Fehlern haben. Beim Sprachen lernen geht es nicht um Perfektion, sondern um Kommunikation und die funktioniert anders als in der Mathematik auch mit Fehlern.“

 

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