Es ist immer gut, offen und neugierig zu sein

Es ist immer gut, offen und neugierig zu sein

Interview-Reihe “Sprachbarrieren im privaten und beruflichen Alltag” Teil 4

 

„Es ist immer gut, offen und neugierig zu sein“

SubhadraBäppler

von Subhadra, 22 aus Schweden, mit finnisch-deutscher Nationalität. Ihr Name ist indisch.

1. Welche Sprachen sprechen Sie und wie gut?

„Ich spreche Englisch und fließend Finnisch und Swedisch. Deutsch verstehe ich wohl auch und kann auch etwas sprechen.“

 2. Welcher Tätigkeit gehen Sie aktuell nach? Was ist Ihre Leidenschaft?

„Derzeit studiere ich, um Grundschullehrerin zu werden. Ich habe viele Leidenschaften! Ich liebe die Natur, die Musik, Kunst, Tanzen, die Poesie und Yoga. Ich würde gerne Kindern Yoga beibringen, um Ihnen aufzuzeigen, wie sie auf sich achten können und ein glücklicheres und gesünderes Leben führen können als vorherige Generationen. Außerdem bin ich ein Gesundheitsfanatiker. Ich mache gerne Green Smoothies mit Kräutern aus dem eigenen Garten. ;)“

  3. Stoßen Sie in Ihrem privaten und/oder beruflichen Leben auf Sprachbarrieren?

„Weniger häufig. Ich habe aber einen Freund aus Norwegen, mit dem ich auf Norwegisch kommuniziere. Da Nowegisch dem Schwedischen sehr ähnelt, ist es für mich größtenteils verständlich aber manchmal müssen wir doch ins Englische wechseln, um uns gegenseitig verstehen zu können. Das ist schon komisch.
Mir ist aufgefallen, dass manche Norweger sich nicht die Mühe machen, „richtiges“ Schwedisch zu lernen (Sorry!), weil sie denken, dass die Schweden sie ja ohnehin verstehen. Das kann für eine Menge Missverständnisse sorgen. Am Schwierigsten finde ich ist es, wenn man eine Unterhaltung in zwei Sprachen führt die sich sehr ähneln.“

„Das Selbe gilt für Finnisch und Estnisch. Letzten Sommer war ich in Estland und habe herzhaft gelacht, als ein amerikanischer Freund Milch kaufen wollte und mich bat ihm zu zeigen, welches Paket wohl Milch wäre. Ich war verwirrt, denn es war ein kleiner Laden und ich sah nur Tüten mit der Aufschrift “piim”, was auf Finnisch als Dickmilch (gesäuerte Milch) verstanden wird. Nach einer Weile kamen wir zu dem Schluss, dass das finnische Wort für Dickmilch auf estnisch Milch bedeuten muss!“

 4. Mit welchen Nationalitäten leben und arbeiten Sie zusammen und welche Sprachen sprechen Sie regelmäßig?

„Ich spreche alle meine drei Hauptsprachen täglich. Ich studiere auf schwedisch und spreche schwedisch mit einigen Freunden, ich spreche finnisch mit meiner Mutter und englisch mit meinen internationalen Freunden wenn ich sie treffe oder Briefe schreibe. Mein Tagebuch schreibe ich ebenfalls auf englisch und Nachrichten und Artikel lese ich ebenfalls in englisch.“

„Es gibt viele verschiedene Nationalitäten in meinem Alltag. Ich lebe in einer internationalen Gemeinschaft mit vielen Leuten aus osteuropäischen Ländern. Die Universität an der ich studiere, hat ein interkulturelles Profil und die Mehrheit der Studenten hat eine andere Nationalität als schwedisch.“

 5. In wieweit unterscheiden sich die Nationalitäten, mit denen Sie in Kontakt stehen (Kulturelle Unterschiede)?

„Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ich, wenn ich schwedisch mit Leuten aus anderen Ländern spreche, mich manchmal fühle, als ob wir unterschiedliche Sprachen sprächen. Große Unterschiede bestehen innerhalb der unterschiedlichen Arten zu kommunizieren; das kann zu Missverständnissen führen.“

„Finnen zum Beispiel – und ich denke auch Deutsche – sind mehr zielorientiert und direkter, während die Schweden sich mehr Zeit nehmen und um den heißen Brei herumreden; sie geben nicht immer eine direkte Antwort. Amerikaner sind gut im Reden, während wir in Finnland viel sparsamer mit Wörtern sind. Ich unterhalte mich sehr gern mit Amerikanern, doch wenn der innere Finne in mir erwacht, kann es mir auch mal zuviel werden. Ich persönlich schätze verschiedene Qualitäten von unterschiedlichen Nationalitäten und finde, dass wir viel voneinander lernen können.“

6. Reisen Sie gern? Welche Länder haben Sie bereits besucht? Welche Reiseziele haben Sie am Meisten beeindruckt? In welche Länder würden Sie noch gern reisen?

„Ich liebe das Reisen und da die Meisten meiner Verwandten im Ausland leben, reise ich oft, um sie zu besuchen. Bisher war ich in Finnland, Deutschland, Estland, Island, England, Irland, Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, der Schweiz, den USA und Indien.“

„Kalifornien mit seiner wunderschönen Küste hat mich am Meisten beeindruckt. Die Natur und die Tierwelt waren einfach atemberaubend schön und das ganze Umfeld hat mich sehr inspiriert. Diesen Sommer fahre ich nach Griechenland. Außerdem würde ich gerne eines Tages nach Bali in Indonesien reisen. Ich habe von vielen Freunden gehört, dass es ein großartiger Ort ist.“

  7. Können Sie eine oder zwei lustige Situationen zum Besten geben?

„Es ist immer sehr lustig, eine „Geheimsprache“ zu haben. Meistens gibt es eine Sprache, die die anderen Leute in deiner Umgebung nicht verstehen.“

  8. Haben Sie ein paar sprachliche Patzer auf Lager, die Sie sich geleistet haben?

„Ja, manchmal finde ich mich in Situationen wieder, in denen mir meine sprachlichen Grenzen aufgezeigt werden. Beispielsweise wenn ich eine Unterhaltung beginne und etwas erklären möchte und plötzlich finde ich nicht mehr die richtigen Worte. Das passiert häufig wenn ich mit englischen Muttersprachlern spreche oder mit finnischen Verwandten.“

   9. Ihr Tipp, wie man Sprachbarrieren überwinden und interkulturelle Unterschiede meistern kann:

„Man sollte sich selbst betrachten und sich der eigenen Form und Mentalität der Kommunikation bewusst werden. Und darüber nachdenken, wie man sich möglichst klar ausdrückt, um das Risiko für Missverständnisse zu minimieren. Man sollte versuchen, andere Völker zu verstehen und andere Kulturen erleben. Ich finde es ist immer gut, offen und neugierig zu sein und sich seiner eigenen Vorurteile bewusst zu sein.“

Leave a Comment