Oldenburg – ein Land mit drei Sprachen

Oldenburg – ein Land mit drei Sprachen

Oldenburg – ein Land mit drei Sprachen

Oldenburg – ein Land mit drei Sprachen

Wusstet ihr schon?

Das Oldenburger Land und damit das Land Niedersachsen ist ein Drei-Sprachen-Land. Neben hochdeutscher Sprache gibt es außerdem die Regionalsprache Niederdeutsch (Plattdeutsch) und die Minderheitensprache Saterfriesisch (Seeltersk), die im Saterland gesprochen wird. Plattdeutsch und Seeltersk weisen eine jahrhuntertealte Tradition auf.

Das Saterland ist laut einem Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde die kleinste Sprachinsel Europas. Es besteht aus den Orten Ramsloh, Strücklingen, Scharrel und Sedelsberg. Hier, mitten im Dreieck Leer, Oldenburg und Cloppenburg, nördlich des Küstenkanals angesiedelt, hat sich das Saterfriesisch erhalten. Saterfriesisch ist kein Dialekt, sondern eine eigene Sprache, das von etwa 2000(1) von etwa 13.200 Einwohnern des Saterlandes gesprochen wird. Saterfriesisch ist eine Variante des sonst überall verschwundenen Altostfriesischen. Das Seeltersk, wie der Saterfriese seine Sprache nennt, wird in der „Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen“ als eigenständige Minderheitensprache benannt und erfährt damit internationalen Schutz.

Hochdeutsch

Der Begriff hochdeutsch kann leicht missverstanden werden, denn er wird von den meisten Sprechern gleichbedeutend mit standarddeutsch gebraucht. In diesem Artikel geht es um den Begriff des Hochdeutschen im Sinne einer regionalen Sprachvarietät.

Die Mundarten der deutschen Sprache südlich der Benrather oder der Uerdinger Linie werden hochdeutsche Dialekte genannt, die wiederum in mittel- und oberdeutsche Mundarten unterteilt sind. Gemeinsames Charakteristikum der hochdeutschen Dialekte ist die vollständig oder teilweise durchgeführte zweite oder (alt)hochdeutsche Lautverschiebung, die aber auch das Langobardischebetraf.

Die hochdeutschen Dialekte bilden zusammen mit den niederdeutschen Mundarten und den niederländischen Mundarten nördlich dieser Mundartlinien das kontinental-westgermanischeDialektkontinuum.

Zu den Sprachen, die aus hochdeutschen Mundarten entstanden sind, gehören das Standarddeutsche (meist einfach „Deutsch“ genannt), das Jiddische und das Luxemburgische.

Hochdeutsche Dialekte (Mundarten) werden in den mittleren und südlichen Gebieten Deutschlands, in Österreich und Südtirol (Italien), der Schweiz, in Liechtenstein, Luxemburg, im Elsass und inLothringen (Frankreich), in Ostbelgien und punktuell noch in Oberschlesien (Polen) gesprochen. Darüber hinaus gibt es hochdeutsche Sprachinseln, beispielsweise in den USA, in Russland oder in Rumänien.

Das hoch in der Bezeichnung hochdeutsche Dialekte bezieht sich auf die Mundarten in den höhergelegenen (bergigen) Regionen des mittleren und südlichen deutschen Sprachraums, im Gegensatz zum nieder in der Bezeichnung niederdeutsche Dialekte, das sich auf die tiefer gelegenen, flachen Regionen im Norden des deutschen Dialektraums bezieht. Die Begriffe tauchen bei Übertragungen vom Hochdeutschen ins Niederländische im 15. Jahrhundert auf – hochdeutsch erstmals 1440: „Uut hoghen duutsche ghetransfereert / Ende in onser talen ghekeert“[1] und niederdeutsch erstmals 1457: „vanden hooghen duutsche int neder duutsche“.[1]

Deutsch bedeutet etymologisch „zum Volk gehörig“, „volkstümlich“ und bezeichnete im Gegensatz zu anderen Nationalitätsadjektiven zuerst eine Sprache, hiervon leiteten sich später die Bezeichnungen für deren Sprecher und das von ihnen bewohnte Gebiet ab: Der lateinische Begriff theodiscus dafür tritt zuerst 786 auf, als der päpstliche Nuntius Georg von Ostia dem Papst Hadrian I. über zwei Synoden in England berichtete. Dabei wurden die Beschlüsse sowohl lateinisch als auch in der Volkssprache (latine und theodisce) verlesen, damit alle sie verstehen konnten; hierbei bezeichnet das Wort aber eine Variante des Altenglischen bzw. Angelsächsischen. 813 empfiehlt Karl der Große den Geistlichen, nicht nur lateinisch zu predigen, sondern auch in rusticam Romanam linguam aut Theodiscam. Diesem theodiscus der Gelehrtensprache entspräche ein westfränkisches Adjektiv *theodisk (zu got. þiuda, ahd. diot „Volk“).

Für die germanische Sprache gab es im Altfranzösischen bis zum 15. Jh. den Begriff tiedeis, tieis, tiois, im Flämischen dietsch (daher das englische Dutch für die niederländische Sprache). Ende des 9. Jhs. taucht im Lateinischen der Begriff teutonicus auf, der theodiscus – zuletzt belegt um 1050 – allmählich verdrängt. Erhalten blieb es bis heute im italienischen tedesco.

Niederdeutsch (Plattdeutsch)

Als Niederdeutsch oder Plattdeutsch wird die in Norddeutschland sowie im Osten der Niederlande verbreitete westgermanische Sprache bezeichnet, die eine Vielzahl unterschiedlicher Dialektformen (niedersächsische Mundarten) besitzt und sich aus dem Altsächsischenentwickelt hat. Auch die niederfränkischen Mundarten am Niederrhein und in den Niederlanden (niederländische Dialekte) wurden ursprünglich als Niederdeutsch bezeichnet. Auch sie bezeichnen die verschiedenen Mundarten ihrer Sprache als Platt.[3]

Die niederdeutschen Dialekte gehören zusammen mit den hochdeutschen und niederländischen Dialekten zum Dialektkontinuum der kontinental-westgermanischen Sprachen. Die niederdeutschen Dialekte weisen noch heute Ähnlichkeiten mit dem Englischen und demFriesischen auf, die auf einer gemeinsamen Herkunft dieser Sprachen beruhen. So wie Mittel– und Oberdeutsch lässt sich auch der BegriffNiederdeutsch geographisch herleiten. Folglich handelt es sich beim Niederdeutsch um einen Dialekt, der in den niederen, d. h. nördlicheren Landen praktiziert wurde bzw. wird.

Die übliche moderne Eigenbezeichnung ist Plattdü(ü)tsch, Plattdütsk, Plautdietsch und ähnlich, also „Plattdeutsch“.

Die Schreibung Plattdüütsch[4] nach Saß, der eine Rechtschreibung mit Blick auf Konventionen und Dialekte Niedersachsens und Schleswig-Holsteins formulierte, ist heute am weitesten verbreitet, weil diese Gebiete die größte Einwohner- und damit Sprecherzahl aufweisen. Im Ostniederdeutschen, das – möglicherweise durch die fehlende geographische Nähe zum Niederländischen – kaum Vokalverdopplung in der Schrift zeigt, ist die Schreibung Plattdütsch mit derselben Aussprache in Gebrauch.[5]

In Gebieten mit ursprünglich friesischer Bevölkerung ist Plattdütsk üblich.[6] Da im Mittelniederdeutschen, wo noch c für den k-Laut stand, sc das Graphem des deutschen sch-Lautes [ʃ] war[7], wird bis heute in einigen Gebieten sk für sch geschrieben. Daher kann die Aussprache von Plattdütsk variieren von Plattdütsch [‚plʌt dy:tʃ] über Plattdütschk [‚plʌt dy:tʃk] bis zur getrennten Aussprache von sund k als [‚plʌt dy:tsk].

Die dem Niederpreußischen entsprungenen mennonitischen bzw. osteuropäischen und panamerikanischen Dialekte bezeichnen sich als Plautdietsch.[8] Dieser Name geht auf ein System von Vokalbrechungen zurück (z. B.: kurzes A wird Au), das sich ähnlich auch im Westfälischen finden lässt.

Daneben wird auch Nedderdütsch, -düütsch, -dütsk, -düütsk verwendet, sowie in den Niederlanden Nedersaksisch. Anders als die im englischen Sprachraum als Synonym für Low Germananzutreffende Bezeichnung Low Saxon bezieht sich der deutsche Ausdruck Niedersächsisch nur auf die westlichen niederdeutschen Mundarten, die direkt auf das Altsächsische zurückgeführt werden und dem Ostniederdeutschen gegenübergestellt werden, das auch durch das Niederfränkische in der Zeit der Deutschen Ostsiedlung beeinflusst wurde.

Saterfriesisch

Die saterfriesische Sprache oder kurz Saterfriesisch (Eigenbezeichnung: Seeltersk) ist die letzte verbliebene Varietät der ostfriesischen Sprache. Das Saterfriesische wird in der Gemeinde Saterland im Landkreis Cloppenburg nach unterschiedlichen Schätzungen von 1500 bis 2500[1] Menschen gesprochen. Damit handelt es sich um eine der kleinsten Sprachinseln Europas. Während in Ostfriesland und den anderen friesischen Gebieten östlich der Lauwers die ursprüngliche ostfriesische Sprache durch niedersächsische Dialekte ersetzt wurde (besonders Ostfriesisches Platt und Gronings zeigen noch ihr friesisches Erbe), überlebte das Saterfriesische als friesische Sprache im Saterland.

Vom Lokalen zum Internationalen: Wenn Sie wissen möchten, welche Sprachen es noch gibt und welche Sprachbändiger zur Übersetzung anbietet, dann besuchen Sie meine Seite http://www.sprachbaendiger.de/leistungen-uebersetzungen-dolmetschen-oldenburg.

Leave a Comment