Seife zwischen den Zähnen

Seife zwischen den Zähnen

Seife zwischen den Zähnen

Interview-Reihe “Sprachbarrieren im privaten und beruflichen Alltag” Teil 2

 

“Seife zwischen den Zähnen”

von Thomas Weber, deutsch, 35, Hochzeitsfotograf Norddeutschland, Oldenburg.

Copyright: Thomas Weber, http://www.phothomas.de, http://www.hochzeitsfotograf-norddeutschland.com, Mobil: +49 162 6975162, Fon: +49 441 5702856, Fax: +49 441 5702857

1.  Haben Sie Fremdsprachenkenntnisse?

„Ja, Englisch spreche ich gut; von meinem Schulfranzösisch sind noch Grundkenntnisse übrig geblieben. Ich kann wohl etwas bestellen, es dürfen aber ja keine Rückfragen kommen!“

2. Wo stoßen Sie in Ihrem beruflichen Alltag auf Sprachbarrieren?

„In der Fotografie findet der meiste Austausch in englischer Sprache und auf internationaler Ebene statt. Fachbeiträge im Internet, Tutorials (meist amerikanisch) sind nahezu immer auf englisch, ein Großteil der Weiterbildung der man sich regelmäßig unterzieht, erfolgt also in Englisch.“

„Meine Verträge schließe ich auch mit ausländischen Kunden auf deutsch ab, da die Inhalte bei jedem Auftrag variieren. Daher kann nicht für jeden Kunden der Vertrag neu übersetzt werden. Die meisten Kunden behelfen sich dann mit Google als Übersetzungshilfe für die wichtigsten Passagen. Bisher hat das ausgereicht.“

„Die Iren sind für mich zum Teil schwer zu verstehen, der Dialekt ist wirklich eine Herausforderung für jemanden wie mich.“

3. Wie groß ist aktuell der Anteil Ihrer fremdsprachlichen Kunden?

„Derzeit habe ich in etwa 3-4 fremdsprachliche Paare pro Jahr.“

4. Welche Nationalitäten durften Sie bisher auf ihrer Hochzeit begleiten? In wieweit unterscheiden sich „typisch deutsche“ Hochzeiten zu Hochzeiten anderer Kulturen?

„Amerikaner, Iren, Türken, Russen, Perser durfte ich bereits zu meinen Kunden zählen.“

„Mein Eindruck ist, dass die Wertschätzung gegenüber der Eheschließung und auch der Hochzeit an sich höher ist, als in Deutschland üblich. Dem feierlichen Akt und der Fotografie an diesem besonderen Tag wird viel mehr Bedeutung beigemessen. Dementsprechend feiern andere Kulturen Hochzeiten auch intensiver und ausgelassener.“

5. Wie kommunizieren Sie mit Menschen die kein deutsch sprechen, wenn Sie Fotos machen?

„In den meisten Fällen ist englisch der gemeinsame Nenner. Es gibt aber auch Situationen, wo es diesen gemeinsamen Nenner nicht gibt und man darauf angewiesen ist, ausschließlich in Zeichensprache zu kommunizieren. „Machen Sie bitte mal das Jacket zu.“ kann man zum Beispiel gut pantomimisch darstellen. Das klappt erstaunlich gut.“

6. Gibt es manchmal Konstellationen in denen Familienmitglieder der Braut oder des Bräutigams nicht oder schlecht miteinander kommunizieren können, da sie nicht dieselbe Sprache sprechen? Wäre ein Dolmetscher auf den Hochzeiten dann manchmal von Vorteil?

„Es gibt tatsächlich Hochzeiten, die ohne Dolmetscher nicht auskommen. Bei einer deutsch-chinesischen Hochzeit beispielsweise. Dort gab es eine Dolmetscherin und die Zeremonie wurde in deutsch, chinesisch und englischen Teilen durchgeführt. Interessant war die Situation, als der Brautvater eine Rede hielt. Seine Ansprache dauert sehr lange, die Übersetzung der Dolmetscherin nach jeder Passage fiel dennoch jedes Mal sehr kurz aus, so dass sich alle fragten, was sie wohl weggelassen habe. Aber sie versicherte uns, sie habe nahezu wortwörtlich übersetzt, im Chinesischen sei es aber eben so kurz. Eine wirklich lustige Situation.“

7. Können Sie ein oder zwei lustige Situationen zum Besten geben?

„Bei einem Shooting eines englischen Pärchens in der Türkei habe ich so etwas gesagt wie „Please make out.“. Ich dachte, es hieße soviel wie „Rumkuscheln“, es heißt aber „Rummachen“. Es gab ein großes Gelächter und der Kommentar was ich doch für ein schlimmer Finger sei. Peinlich, peinlich. Aber auch sehr amüsant und es ist gut, wenn das Paar locker ist und sich wohl fühlt und das geschieht häufig durch Humor.“

„Der größte Patzer ist mir auf der genannten deutsch-chinesischen Hochzeit passiert. Die Gastgeber platzieren häufig kleine Präsente auf den Plätzen Ihrer Gäste. Meist sind das Süßigkeiten. Nun sitze ich also da vor meinem Teller und sehe ein kleines Säckchen voller Leckereien in Herzform. Ich stecke mir eines in den Mund und während mein Gegenüber mich anstarrt und dann in schallendes Gelächter ausbricht merke ich „Moment! Das ist SEIFE!“. Ich spucke die Seife heimlich unter dem Tisch in eine Serviette und entschuldige mich, um schnellstens auf der Toilette den Mund auszuspülen und die Seife zwischen meinen Zähnen herauszuoperieren. Sie glauben gar nicht, wie schnell mein Fettnäpfchen die Runde machte und wie oft mir noch an diesem Tag ein Stück Seife als Snack angeboten wurde.“

8. Würden Sie zukünftig gern internationaler werden?

„Gerne. Am Meisten interessieren mich da Italien, Spanien, die USA, Türkei und auch der asiatische Raum aufgrund der hohen Wertschätzung gegenüber Hochzeiten und der Fotografie. Und natürlich vor Allem auch wegen der Motivwelt.“

9. Sind Anfragen aus dem Ausland erwünscht?

„Auf jeden Fall! Es wäre natürlich schön, wenn man mich dann auf englisch kontaktiert. Falls das nicht machbar ist, ist das aber auch kein Problem. Sprachbändiger übersetzt zeitlich flexibel und schnell, auch in exotische Sprachen. Eine reibungslose Kommunikation kann also in jedem Fall ermöglicht werden.“

10. Wer ist Ihr Partner, wenn es um Fremdsprachen/Übersetzungen geht?

„Mein Übersetzungsbüro des Vertrauens Sprachbändiger natürlich! Die Übersetzung meiner Homepage ins englische lief schnell und sehr zufriedenstellend ab. Wenn ich selbst englische Inhalte verfasse, lasse ich diese Korrektur lesen.“

20130407-mof-0078-Bearbeitet

Wer mehr über den Hochzeitsfotografen Thomas Weber erfahren möchte: http://www.hochzeitsfotograf-norddeutschland.com/

Sie benötigen eine chinesisch-deutsche Übersetzung? Informieren Sie sich unter http://www.sprachbaendiger.de/leistungen/ über meine Übersetzungsdienstleistungen und rufen Sie mich an, ich berate Sie gern!

Leave a Comment