Das kleine Sprachbändiger-Lexikon

Das kleine Sprachbändiger-Lexikon

 

 

Was ist eine Übersetzung?

Unter Übersetzung versteht man in der Sprachwissenschaft:

  1. die Übertragung eines (meist schriftlich) fixierten Textes von einer Ausgangssprache in eine Zielsprache; sie wird auch als „Übersetzen“ bezeichnet.
  2. das Ergebnis dieses Vorgangs.

Zur besseren Unterscheidung wird das Produkt eines Übersetzungs- oder Dolmetschvorgangs (einer Translation) auch als Translat bezeichnet.

Die Übersetzung fällt gemeinsam mit dem Dolmetschen unter den Begriff Sprach- und Kulturmittlung (Translation). Der maßgebliche Unterschied zwischen Übersetzen und Dolmetschen liegt in der wiederholten Korrigierbarkeit des Translats. Wiederholte Korrigiertbarkeit erfordert in aller Regel einen Zieltext, der in Schriftform oder auf einem Klangträger fixiert ist und somit wiederholt korrigiert werden kann, sowie einen in ähnlicher Weise fixierten Ausgangstext, den man wiederholt konsultieren kann. Liegt diese wiederholte Korrigierbarkeit vor, spricht man von einer Übersetzung. Ist jedoch der Ausgangstext und/oder der Zieltext nicht fixiert, weil er z.B. nur einmalig mündlich dargeboten wird, spricht man von einer Dolmetschung. Veranschaulichen lässt sich das Prinzip sehr schön anhand einer Vom-Blatt-Dolmetschung: Hier liegt zwar der Ausgangstext schriftlich vor, aber der Zieltext ist in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt korrigierbar, da er mündlich dargeboten wird.

In der Sprachdidaktik wird häufig der Begriff Mediation verwendet. Im Unterschied zur Translation hebt der Begriff Mediation hervor, dass sich der Übersetzer oder Dolmetscher als Mediator in einer Vermittlungsposition zwischen zwei Personen befindet, die keine gemeinsame Sprache sprechen.

 

Was ist Konsekutivdolmetschen?

Verdolmetschung, nachdem der Redner geendet hat.

Der Dolmetscher sitzt bei den Teilnehmern, hört dem Beitrag des jeweils Sprechenden zu und gibt ihn am Ende, im Allgemeinen mit Hilfe von Notizen, in einer anderen Sprache wieder. Heutzutage ist diese Art des Dolmetschens weitgehend durch das Simultandolmetschen ersetzt worden, wird aber bei manchen Veranstaltungen (z.B. hoch spezialisierten Fachtagungen, Arbeitsessen, kleinen Gruppen und Lokalterminen) noch immer angewendet.

Geschulte Dolmetscher können Beiträge von mehr als zehnminütiger Dauer mit großer Genauigkeit wiedergeben.

 

Was ist Simultandolmetschen?

Verdolmetschung, während der Teilnehmer spricht.

Der Dolmetscher arbeitet mit wenigstens einem Kollegen zusammen in einer schallisolierten Kabine. Der Redner im Sitzungssaal spricht in ein Mikrofon, der Dolmetscher hört dessen Stimme im Kopfhörer und dolmetscht den Beitrag fast simultan über ein Mikrofon. Der Teilnehmer im Sitzungssaal wählt den passenden Kanal, um die Verdolmetschung in die Sprache seiner Wahl zu hören.

Es sind viele verschiedene Sprachenanordnungen oder Sprachregimes möglich.

 

Was ist Flüsterdolmetschen?

Geflüsterte Simultanverdolmetschung.

Der Dolmetscher sitzt oder steht zwischen den Teilnehmern und dolmetscht den jeweiligen Beitrag den Teilnehmern simultan direkt ins Ohr.

Flüsterdolmetschen ist nur dann möglich, wenn nur wenige Teilnehmer nahe beieinander sitzen oder stehen. Es wird hauptsächlich bei bilateralen Sitzungen oder in Gruppen, in denen nur wenige Teilnehmer keiner gemeinsamen Sprache mächtig sind, angewendet.

Flüsterdolmetschen wird oft zur Zeitersparnis an Stelle des konsekutiven Dolmetschens benutzt. Manchmal verwendet der Flüsterdolmetscher einen Kopfhörer, um den Sprecher möglichst gut zu hören.

 

Was ist Verhandlungsdolmetschen?

Das Verhandlungsdolmetschen ist eine Form des Konsekutivdolmetschens und findet ohne technische Hilfsmittel statt. Es wird in kleinerem Rahmen eingesetzt, z.B. bei einem Treffen von Geschäftspartnern. Die zu dolmetschenden Abschnitte sind jedoch meist kürzer als beim klassischen Konsekutivdolmetschen, weswegen der Dolmetscher meist nur wenige Notizen benötigt. Der Dolmetscher arbeitet dabei in beide Sprachrichtungen.

Als Verhandlungsdolmetschen wird darüber hinaus auch das Dolmetschen bei Gericht oder vor Notaren bezeichnet. Für derartige Einsätze müssen jedoch beeidigte, vereidigte oder öffentlich bestellte (Bezeichnung unterscheidet sich je nach Bundesland) Dolmetscher hinzugezogen werden.
Viele meiner Dolmetscher sind allgemein be- bzw. vereidigt oder öffentlich bestellt. Sprechen Sie mich einfach an wenn Sie Bedarf haben. http://www.sprachbaendiger.de/kontakt/